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24_Stunden_Gastlichkeit_06_2015

Zuckerbäcker dachten auch an die Kinder und zum Naschen gab es Kastanien, Nüsse und Mandeln. Als Wirtschaftsfaktor entwickelten sich die Weihnachtsmärkte erst im 20. Jahrhundert und wurden zum internationalen Exportschlager und Publikumsmagnet. Die Konditorei Pernsteiner offeriert auf dem Christkindlmarkt feines Gebäck, Plätzchen und Stollen. Ihre Spezialität heißt Agnes Bernauer Torte, ist mit Creme gefüllt und dazwischen liegen sieben Baiserschichten. Corina Hinner, die jedes Jahr auf dem Christkindlmarkt verkauft, schätzt ebenfalls die Atmosphäre: „Wir bieten zehn verschiedene, selbstgebackene Butterplätzchen an. Schokoladen mit Ingwer, Trüffel, Limon- cello, Karmelitengeist oder Hugo und natürlich die Klassiker Lebkuchen und Baumkuchen haben in diesen Tagen Hochkonjunktur.“ Vier Verkäuferinnen stehen dafür von 10 Uhr bis 21 Uhr hinter der Budentheke. „Christkindlmarkt ist immer cool“, meint Corina Hinner. Sie freut sich jedes Jahr aufs Neue, wenn der Markt beginnt. Der „Romantische Weihnachtsmarkt“ auf Schloss Thurn und Taxis liegt stilecht im malerischen Innenhof. Tausende von Kerzen, Laternen und Fackeln geben dem Ort seinen stimmungsvollen, eher majestätischen Glanz. Handwerker aus verschiedenen Zünften, Töpfer, Bürstenmacher, Kürschner und Goldschmiede ziehen mit ihren Präsentationen viele Besucher an. Von altbayerischen Schmankerln wie Wildschwein am Spieß und anderen Wildspezialitäten bis hin zur urigen Kartoffelsuppe im Brotlaib reicht das kulinarische Angebot. Die Feuerzangenbowle oder der Glühwein wird als Fürstenkelch, Feenzauber oder Prinzentrunk gereicht. Orchester, Chöre und Ensembles treten auf, um den musikalischen Rahmen zu bieten. Als besonderes Extra werden stilvoll dekorierte Blockhäuser inklusive Buffet und Bedienung für private oder gesellschaftliche Feiern vermietet. Muss man für den Regensburger Christkindlmarkt nichts bezahlen, kostet es auf Schloss Thurn und Taxis Eintritt. Trotzdem sind beide Märkte einen Besuch wert, um den geheimnisvollen Zauber der Vorweihnacht zu genießen. Eva-Maria Mayring TRADITIONELLE WERTE ZEITGEMÄSS SERVIERT Jetzt entdecken: der Online-Shop für den Gastronomiebedarf WWW.DACARNO.DE Über 400 Jahre gibt es den Christkindlmarkt in Regensburg auf dem Neupfarrplatz. „Auf den 5.000 m² stehen 70 Buden mit gestreiften Dächern in den Stadtfarben Weiß und Rot“, erklärt Reinhard Keller von der Stadt Regensburg. „Außer heißen Glühweingetränken werden Bier, Spirituosen, Cocktails oder Modegetränke nicht angeboten.“ Dafür gibt es regionale Spezialitäten wie den Heidelbeerglühwein aus dem Bayerischen Wald und Apfelglühwein von Oberpfälzer Streuobstwiesen. Kunsthandwerker wie Glasbläser, Schnitzer, Töpfer und Kerzenzieher verkaufen ihre Waren und zeigen ihr Können vor Ort. „Bis die kleinen Budenstädte jedoch erst stehen, dauert es so drei Wochen“, erklärt Wolfgang Metzger, Vorstand der Christkindlmarktbeschicker. Er verkauft handgegossene Pfannen und Kochgeschirr, während nebenan ein Stand aus der Partnerstadt Pilsen in Tschechien mit seinen Produkten wirbt. Er bietet Oblaten aus Mähren, Schoko- und Kinderpunsch für die Kleinen an. „Obwohl es ziemlich arbeitsintensiv ist“, erklärt Wolfgang Metzger, „bei diesem Ambiente hier auf dem Kirchplatz fühlt man sich einfach wohl. Wenn dann die Besucher auch noch zufrieden sind, über den Platz spazieren und ohne Stress die vorweihnachtliche Stimmung genießen, macht es richtig Spaß. Nur bei Kälte wird es anstrengend“, betont er. „Da reichen die kleinen Heizöfen nicht mehr. Dann helfen nur noch lange Unterhosen und der Skianzug.“ Immer cool Die Regensburger Bratwürste schmecken allerdings bei jedem Wetter. Den „Kultknacker“ – die Bratwurst „mit allem“ (süßem Senf, Meerrettich und Essiggurke) erfand Theresia Reisinger im Jahr 1953. Da niemand die Zutaten schnell genug nennen konnte, lautete die Bestellung kurz und bündig: „mit allem“.


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