Erfolgskonzepte rund um die Uhr - Kinderfreundliche Konzepte, München: Wilde Horden!

24_Stunden_Gastlichkeit_06_2014

Kinder sind laut, machen alles kaputt und wischen sich den Mund am Ärmel ab. Ja, das tun sie, wenn sie keine Serviette bekommen haben. Ja, das tun sie, wenn sie ihren Bewegungsdrang ausüben wollen und keinen Raum dafür finden. Also gib ihnen, was sie brauchen, und du erhältst treue Stammgäste: Die von übermorgen! Wilde Horden! Das reizende Mädchen im Dirndlkleid streckt dem älteren Herrn am Neben-tisch die Zunge raus. Ihr kleiner Bruder probt dazu die Wirkung seines markdurchdringenden Kreischlauts. Während die Mut- ter versucht, die Kinder mit einem mitgebrachten Bilderbuch abzu-lenken, beginnt das größere Kind durch Aneinanderreiben von Messer und Gabel die Inszenie-rung seiner Geschwister perfekt zu ergänzen. Wer so eine Situa-tion einmal als Verantwortliche(r) erlebt hat, vielleicht sogar sein Essen im Stich lassen musste, um im Freien zu deeskalieren, weiß Spielecken, Malsachen und Kinderzimmern in gastronomi-schen Betrieben zu schätzen. Kein Wunder, dass es gerade Gastronomen sind, die selbst kleine Kinder haben, die hier Innovatives schaffen – z. B. in München, einer Stadt in der viele DINKs (Double Income No Kids) in den letzten Jahren die Seiten gewechselt haben und ganze Viertel kinderfreundlich werden – etwa Haidhausen im Osten, das zentral gelegene Glocken-bachviertel von Gärtnerplatz bis Schlachthof (Isarvorstadt), Neu-hausen oder Schwabing. Es gibt spezielle Cafés für Klein-kinder und Eltern wie das Café Glücksind oder das Café Netz-werk, aber auch Restaurants und große Gasthäuser, die tage- oder stundenweise Kinderbetreuung anbieten. So können Eltern am gesellschaftlichen Leben teil-nehmen und in Frieden speisen. Auch unbetreute Kinderzimmer gibt es in einigen Lokalen, wie dem Parkcafé, dem Schwabinger Café Ringelnatz oder dem Res-taurant im Stemmerhof. Generell gilt der Grundsatz, auch bei den Betreuungsangeboten: Eltern haften für ihre Kinder. Der Gegentrend heißt Zuckertag, der seit einem Jahr Kindern und Eltern ein urbanes „Hideaway“ fern der Öffentlichkeit bietet. Mit exklusivem Clubstandard genießen Mitglieder die privaten Betreuungsangebote in Grup-pen plus Kurse von Schwanger bis Mami, eigenem Café und Hinterhof-Outdoorspielplatz. Natalie Bendit hat dafür den Münchner Gründerpreis 2014 er- 22 24 Stunden Gastlichkeit 6/2014 Foto: Hofbräukeller


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