Bio-Milch aus dem Biosphärenpark

News vom 17.06.2019

„Mit Vorhandenem auskommen“ ist der Leitspruch der  SalzburgMilch-Initiative „Reine Lungau – Bio-Milch aus dem Biosphärenpark Lungau“. Gemeinsam mit 54 Bio-Bauern in der Salzburger Alpenregion Lungau, führenden Experten der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und des WWF Österreich hat SalzburgMilch 2017 damit einen Meilenstein in der nachhaltigen Milchwirtschaft gesetzt. Dass „Nachhaltigkeit“ bei der Initiative „Reine Lungau“ kein bloßes Schlagwort ist, sondern gelebte Realität, zeigt eine aktuelle Studie, welche die Ökoeffizienz dieser besonderen und einzigartigen Form der Landwirtschaft untersucht hat.

Die Studie zeigt, dass die bäuerliche Milchproduktion für die Reine Lungau mit geringen Umweltwirkungen bei angemessenen Einkünften gelingt. Die durchschnittlich 20 Hektar großen Bauernhöfe liegen auf 1.150 Meter Seehöhe, und füttern rund eine Kuh pro Hektar zu 100 % mit regionalem Futter. Erstellt wurde die ökologische und ökonomische Betriebsanalyse von der Forschungsgruppe Ökoeffizienz der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein für 41% der Lieferbetriebe.

94 % des Futters ist Wiesenfutter mit einem hohen Anteil an naturnahen Wiesen und Almweiden. Der extensive Nährstoffkreislauf von Stickstoff und Phosphor fördert indirekt die Artenvielfalt im Biosphärenpark Lungau. Entsprechend gering ist die Lieferleistung an die SalzburgMilch mit einer Menge von 4.800 kg pro Kuh und Jahr.  Die Fracht an Treibhausgasen ist vergleichsweise gering und trotz der schwierigen Bewirtschaftungsbedingungen besteht wenig fossile Energieabhängigkeit. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird vollständig verzichtet.

Studienleiter Dr. Thomas Guggenberger, HBLFA Raumberg-Gumpenstein:
„Die ökologische Gesamtleistung bei geringer Milchleistung wird durch die SalzburgMilch mit dem höchsten Milchpreis in Österreich belohnt. Das Entgelt, das hohe Engagement und die hohe Kostendisziplin der Bäuerinnen und Bauern machen die Reine Lungau aus der Sicht der Ökoeffizienz derzeit zum führenden Produktionsverfahren. Dieses Konzept kann somit als Vorlage für viele extensive Alpentäler in Österreich dienen.“

Diese extensive landwirtschaftliche Nutzung beeinflusst auch die Biodiversität nachhaltig positiv. Daher setzt sich die erste Kooperation zwischen dem WWF und einer Molkerei das gemeinsame Ziel, den Bio-Anteil der Landwirtschaft in der Region Lungau deutlich zu erhöhen und längerfristig eine Bio-Modellregion Lungau zu verwirklichen.