Abstockung der Tierbestände gefordert

News vom 12.04.2019

Die „Klima-Allianz Deutschland“, ein Zusammenschluss von ca. 120 organisationen, hat vom  Öko-Institut durchrechnen lassen, mit welchen Maßnahmen das Klimaziel 2030 im Bereich Landwirtschaft sicher zu erreichen ist.

 

"Das Maßnahmenpaket, das Ministerin Klöckner vorsieht, basiert offenbar auf unrealistischen Annahmen und reicht nicht aus, das Klimaziel zu erreichen. Die Emissionen aus der Tierhaltung machen einschließlich der Futterproduktion rund 70 Prozent aller Agraremissionen aus. Nur mit einer Abstockung der Tierbestände können die Klimaziele in der Landwirtschaft erreicht werden. Das ist das zentrale Ergebnis der Studie. Ministerin Klöckner schließt diese Option jedoch kategorisch aus", so Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik bei Bioland. "Weniger ist mehr," ergänzt Felix Domke, Leiter Politik von ProVeg Deutschland. "Eine Reduktion des Konsums von Milch- und Fleischprodukten um ein Viertel brächte eine jährliche Einsparung von 7,8 Mio. Tonnen CO2."

 

Statt auf eine Reduktion der Tierbestände setzt Klöckner lt. Allianz auf zwei zentrale Instrumente, deren Wirkung sie überschätzt: die Düngeverordnung von 2017 und die Vergärung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen. "Das Ministerium erwartet eine Einsparung von bis zu 3,5 Mio. Tonnen CO2 bis 2030 über die Senkung des Stickstoffüberschusses. Mit der bestehenden Düngeverordnung ist allerdings nur eine Einsparung von zwei Millionen Tonnen CO2 zu erwarten," erklärt Wehde.

 

Durch die Vergärung von Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen will das Ministerium lt. Allianz zusätzlich bis zu 4 Mio. Tonnen CO2 einsparen. Das würde bedeuten, dass 70 Prozent des gesamten Aufkommens an Gülle und Mist in Biogasanlagen landen. Aktuell sind es 17 Prozent.


Die Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Klima-Allianz Deutschland finden Sie hier: https://kurzlink.de/Landwirtschaft2030