Schritt für Schritt tiergerechter

News vom 18.01.2018

Die Initiative Tierwohl ist zum Jahresanfang erfolgreich in ihre nächste, ebenfalls dreijährige Programmphase gestartet. Engagierten sich in der ersten Programmphase 2015 bis 2017 bereits rund 3.400 landwirtschaftliche Betriebe mit jährlich 249 Mio. erzeugten Tieren in der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung, sind es jetzt über 6.000 Betriebe mit jährlich 26 Mio. Schweinen sowie 492 Mio. Hähnchen und Puten.

 

„Die Initiative Tierwohl ist – und das hat sie allen bisherigen Siegeln oder vergleichbaren Programmen voraus – keine Lösung für wenige. Wir sind angetreten, um die Landwirte dabei zu unterstützen, die Nutztierhaltung Schritt für Schritt tiergerechter zu machen. Hierzu gehört auch, dass wir mit dem Start der neuen Programmphase unsere Kriterien etwas verschärft haben", erläutert Dr. Alexander Hinrichs, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl.

 

Schweinehalter müssen ihren Tieren jetzt verpflichtend mindestens 10 % mehr Platz und zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial bieten. Die Geflügelhalter, die bereits in der vergangenen Programmphase u. a. zu einem erhöhten Platzangebot und zusätzlichem Beschäftigungsmaterial verpflichtet waren, müssen nun zusätzlich Stallklima- und Tränkewasserchecks umsetzen.

 

Für die Programmphase 2018 bis 2020 hat die Initiative vier Neuheiten geplant:

1. Sie steigt in die Innovationsförderung ein. Vorhaben, die auch auf breiter Ebene einen Beitrag für tiergerechtere Haltung ermöglichen können, sollen gefördert werden. „Ein Ideenwettbewerb für mehr Tierwohl ist ebenfalls in Planung“, ergänzt Dr. Alexander Hinrichs.

2. Die Initiative Tierwohl prüft, Beratungs- und Weiterbildungsangebote für mehr Tierwohl für die teilnehmenden Landwirte zu schaffen.

3. Es wird weiter an der Entwicklung von Tiergesundheitsindices gearbeitet.

4. Die Initiative Tierwohl gibt erstmals ein Produktsiegel heraus. Anhand dieses Siegels können Verbraucher ab April 2018 in den Geschäften des teilnehmenden Lebensmitteleinzelhandels (LEH) unverarbeitetes Geflügelfleisch aus Tierwohl-Betrieben erkennen.

 

Der LEH bringt sich in der neuen Programmphase noch stärker ein. So zahlen die Partnerunternehmen statt wie bisher 4 nun 6,25 Ct pro verkauftem Kilogramm Geflügel und Schweinefleisch sowie Wurst ein. Dadurch entsteht ein jährliches Finanzvolumen von rund 130 Mio. €. www.initiative-tierwohl.de

 

 

Foto: Initiative Tierwohl