Diabetesbetreuung für Schulkinder

Datum 18.04.2017 | Rubrik: Schulverpflegung | Ort: Berlin
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Diabetes CB
Rechtsstreit um die schulische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1: Das Sozialgericht Fulda hat in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren entschieden, dass der Vogelsbergkreis die Kosten für die erforderliche persönliche Schulbegleitung eines zuckerkranken Erstklässlers übernehmen soll. Der Kreis reichte dagegen jedoch Beschwerde ein. Die endgültige Entscheidung in der Hauptsacheklage steht noch aus. Nach Ansicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) wirft das Urteil des Sozialgerichts die Frage der gesicherten schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes Typ 1 erneut auf. Die DDG Experten fordern hier eine bundeseinheitliche Regelung.
 
Schulbetreuung nötig
Rund 3.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erkranken in Deutschland pro Jahr neu an Diabetes Typ 1. „Bei den Betroffenen muss der Blutzuckerspiegel mehrmals täglich kontrolliert und durch die Verabreichung von Insulin angepasst werden“, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. „Dafür benötigen gerade jüngere Kinder häufig auch in der Schule Unterstützung.“ Um Kinder mit Diabetes Typ 1 in Kita und Schule erfolgreich integrieren zu können, sei in manchen Fällen eine persönliche Schulbetreuung notwendig – zumindest so lange bis die Betroffenen soweit geschult sind, dass eine intensive Beaufsichtigung nicht mehr notwendig ist. Zudem sei mindestens eine zweistündige Schulung des pädagogischen Personals durch Diabetesspezialisten relevant. Wie dies geschehen soll und wer die Finanzierung dieser Schulung übernimmt, dafür existiert jedoch bisher bundesweit keine einheitliche Lösung.

In der Schulung erlernt das pädagogische Personal die Grundzüge der Diabetesbetreuung – z. B. Blutzucker gemessen wird und kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel eingeschätzt werden. Zudem bekommen Lehrer und Betreuer vermittelt, Unterzuckerungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ob diese Erstschulung stattfinden kann, hängt jedoch in der Realität oft von Zufallsfaktoren ab: So zeigt eine Erhebung der DDG, dass die Erstschulung in mehr als 70 % der Fälle durch Spenden, ehrenamtliches Engagement oder unentgeltlich von Diabeteseinrichtungen erbracht wird.

www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de



Quelle: DDG, Foto: Colourbox.de
Autor: mak/Redaktion Gastroinfoportal
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