Geklonter Wein

Datum 02.08.2016 | Rubrik: Wein | Ort: Oestrich-Winkel
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Schloss Vollrads

Schloss Vollrads zählt zu den ältesten Weingütern der Welt. Die Geschichte des reinen Riesling-Weingutes geht mehr als 800 Jahre zurück. Und doch ist Schloss Vollrads inzwischen ein durch und durch moderner Betrieb. Den Beweis erbringt das Thema „Forschung und Entwicklung“, dem auf Schloss Vollrads viel Bedeutung beigemessen wird: So arbeitet das Weingut bereits seit vielen Jahren eng mit der Hochschule Geisenheim University zusammen, in dem es beispielweise Rebflächen für Doktoranden und deren Feldversuche zur Verfügung stellt und eigene Hefestämme nutzt, die im Rahmen einer Doktorarbeit in einem aufwändigem Verfahren selektioniert wurden, heute in der Hochschule Geisenheim University liegen und Jahr für Jahr von Schloss Vollrads aktiviert werden.

Der Bereich Forschung und Entwicklung hat aber auch deshalb eine so große Bedeutung für Schloss Vollrads, weil der Betrieb um die Bedeutung der Zusammenarbeit weiß und wichtige Erkenntnisse aus den Forschungsergebnissen ziehen kann: Beispielsweise im Kampf gegen den Klimawandel, der immer höhere Temperaturen sowie längere Trocken- und auch Regenphasen mit sich bringt. Als reines Riesling-Weingut, ein kritischer Faktor – schließlich ist die Traube eher in gemäßigten Klimazonen zuhause. Besonderer Fokus liegt deshalb auf dem Biodiversitäts-Weinberg, der ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Hochschule angelegt wurde und auf dem alle noch erhältlichen Riesling-Klone der Welt stehen – in Wiederholungen, um zu sehen, wie sie unter den klimatischen Bedingungen des Rheingaus wachsen und um eine Gen-Datenbank aufzubauen, aus der man zukünftig Wissen schöpfen kann.



Angepflanzt wurde der 5.051 große Biodiversitätsweinberg 2015 mit insgesamt 49 Klonen. Die gepflanzten Rebsorten sind Weißer Riesling, aber auch „falsche“ Rieslinge, die nur den Namen Riesling gemeinsam haben wie Goldriesling, Schwarzriesling, Roter Riesling und Welschriesling. Der Großteil der Klone, die gepflanzt wurden, stammt von deutschen Züchtern – allen voran von der Rebzüchtung in Geisenheim, einem der bedeutendsten Züchter für Rieslingklone weltweit, aber auch von Züchtern aus Rheinhessen, von der Ahr, aus Weinsberg, Heilbronn, von der Nahe, der Mosel und aus Neustadt an der Weinstraße. Darüber hinaus wurden einige wenige Rieslingklone aus Australien und dem Elsass gepflanzt.

Schloss Vollrads will mit diesem Engagement laut Professor Joachim Schmidt von der Hochschule Geisenheim University, zum „Riesling-Kompetenzzentrum“. Der Biodiversitätsweinberg verfügt seiner Meinung nach nicht nur über einen „unschätzbaren Wert an genetischer Vielfalt“, sondern wird auch zeigen, welcher Klon widerstandsfähig, lockerbeerig und damit weniger anfällig für Fäulnis ist. Kurz: Welcher Klon am besten für die sich verändernden klimatischen Bedingungen gewappnet ist. Mit den am besten geeigneten Klonen will Schloss Vollrads auch langfristig ausschließlich Riesling anbauen. Auf der Basis der Ergebnisse soll auch (und gerade) unter den Bedingungen des Klimawandels die Qualität der auf Vollrads erzeugten Rieslingweine nachhaltig weiter entwickelt werden.

www.schlossvollrads.com



Quelle: Inhalte und Bilder: Schloß Vollrads
Autor: flo/Redaktion Gastroinfoportal
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