Es geht nur miteinander

Datum 25.05.2018 | Rubrik: Fleisch & Co. | Ort: Neumünster
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MariT Verbundprojekt

Das Verbundprojekt „MarkiT“ (Markenfleischprogramm - Integration von Tierwohl) wurde in der vergangenen Woche durch eine öffentliche Abschlussveranstaltung, Titel: „Wie lässt sich ein Tierwohl-Upgrade realisieren?“, beendet. Die wichtigsten Erkenntnisse zur Integration von Tierwohlbestrebungen in einem Markenfleischprogramm wurden aus wissenschaftlicher und praxisrelevanter Sicht – vom Landwirt bis zum Verbraucher – vorgestellt. Partner des Verbundprojekts sind die Fleischwerk Edeka Nord GmbH, die Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh ZNVG e. G., die Georg-August-Universität Göttingen, die Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn und die Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung GIQS e. V.

 

Eine stärkere Berücksichtigung des Tierwohls im Produktionsprozess von Lebensmitteln, z. B. erhöhte Nutztierhaltungsstandards auf landwirtschaftlichen Betrieben, wird von verschiedenen Seiten gefordert. Welche Maßnahmen hierfür geeignet sind und wer dafür zahlen sollte, wird jedoch kontrovers diskutiert. Landwirte und Verbraucher stellen dabei nur den Anfangs- und Endpunkt einer bisweilen sehr langen Kette von Unternehmen dar, ohne die Änderungen von Standards nicht erfolgreich umgesetzt werden können.

 

Am Beispiel des bestehenden Markenfleischprogramms „Gutfleisch“ wurden ökonomische und soziale Aspekte eine tiergerechtere Schweinehaltung untersucht. Die Analyse von Informationsbedarf, Gesamtkosten der Umsetzung und Investitionsbereitschaften in der Wertschöpfungskette wurde von der Universität Göttingen durchgeführt.

 

Eine Verbraucherbefragung in Edeka-Märkten der Region Nord sowie Befragungen der Landwirte und ihrer Fachberater zur Umsetzbarkeit sowie Akzeptanz ausgewählter Tierwohlmaßnahmen ermöglichten Einblicke in die ökonomischen und sozial-psychologischen Potenziale und Barrieren. Hofbegehungen und Fokusgruppen mit Verbrauchern lieferten zusätzliche Erkenntnisse.

 

Die tiergesundheitliche Bewertung und Konzeption zur Erweiterung bestehender Auditaktivitäten hat die Universität Bonn vorgenommen. Es sind dabei die drei Qualitätsziele Reduktion des Antibiotikaeinsatzes, Verzicht auf mit Schmerzen verbundene Eingriffe und Einführung neuer Produktionsverfahren (z. B. Ebermast) definiert und anhand messbarer Parameter bewertet worden.

 

Die Erzeugergemeinschaft ZVNG bündelt die Schweine für das Gutfleisch-Programm. Sie vertritt die Interessen ihrer Mitgliedslandwirte, kommuniziert aber auch Zielvorgaben des Fleischwerks Edeka Nord. Letzteres untersuchte die Fleischqualitäten und ist das Bindeglied zwischen allen Beteiligten in der Prozesskette des Gutfleisch-Programms. Für dessen Erfolg wird nun eine effektive Strategie erarbeitet.

 

Im Bild oben (von li.): Jason Hayer und Prof. Brigitte Petersen, beide Universität Bonn, Sigrid Roth, GIQS, Nina Purwins, Universität Göttingen, Liza Guckenberger, ZNVG, und Sandra Erdmann, Fleischwerk Edeka Nord.

www.edeka.de/nord

 

 

Foto & Quelle: Edeka Handelsgesellschaft Nord



Autor: chb/FleischNet.de
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