Deutschland gehen die Köche und Hotelfachleute aus

Datum 16.10.2017 | Rubrik: Home | Ort: Berlin
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Obwohl die Tourismusbranche in Deutschland wächst, stehen Gäste immer häufiger vor verschlossenen Türen. In vielen Restaurants wird der Mittagstisch abgeschafft oder es werden Ruhetage eingeführt. Der Grund: Personalmangel. Die Ergebnisse der DIHK-Tourismusumfrage zeigen: Mehr als 60 % der gastgewerblichen Betriebe sehen den Fachkräftemangel als eines der größten Risiken für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Gesucht werden vor allem dual ausgebildete Mitarbeiter, aber auch Hilfskräfte.

 
Gründe für den Mangel gibt es viele: Wie alle Branchen trifft der demografische Wandel auch das Gastgewerbe. Die Zahl der Auszubildenden ist stark rückläufig. Junge Menschen ziehen oft andere Berufe vor, da sie dort z. B. angenehmere Arbeitszeiten erwarten. Auch Nachfolger für die Branche werden knapp. Immer mehr Betriebe können nicht übergeben werden. Das heißt: Vor allem in ländlichen Regionen gibt es an vielen Orten keine Gastronomie-Betriebe mehr. Auch die Unterbringung von Geschäftskunden kann dort nicht mehr gewährleistet werden. Damit bleiben nicht nur die Gäste hungrig, es fehlt auch ein Kommunikationspunkt vor Ort. Der Fachkräftemangel im Gastgewerbe wirkt sich also nicht nur auf die Branche selbst aus, sondern langfristig auch negativ auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes insgesamt.
 
Forderungen an die Politik
Die Branche selbst stemmt sich mit vielen Aktionen gegen diesen Trend – häufig in Zusammenarbeit mit den IHKs vor Ort: So gibt es viele Initiativen zur Verbesserung der Ausbildungsqualität, es werden Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeboten, und die Integration von Flüchtlingen wird angekurbelt. Die Forderung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages: Auch aus der Politik sollten Lösungen kommen. Ein wichtiger Schritt ist die von der Wirtschaftsministerkonferenz eingerichtete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum „Fachkräftemangel im Hotel- und Gaststättengewerbe“. Diese soll bis zur Frühjahrssitzung der Wirtschaftsministerkonferenz ein Papier mit Handlungsempfehlungen für Politik und Branche entwickeln und den Dialog mit den jeweiligen Vertretern vorbereiten.
 
Ein weiterer Baustein zur nachhaltigen Verbesserung ist nach Angaben des DIHK, die Positivliste der Engpass-Berufe um die gastgewerblichen Berufe zu erweitern. Mitentscheidend für die Anerkennung als Mangelberuf ist die sogenannte Vakanzzeit der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen. Diese muss im betrachteten Beruf mindestens 40 % über dem Mittelwert aller Berufe liegen – aktuell wären das 140 Tage. Bei den Köchen lag der Wert im Juli 2017 bei 103 Tagen. Damit wird die Grenze bei Weitem nicht erreicht. Aber: Im Schnitt sind im Gastgewerbe 8,3 Arbeitnehmer in einem Betrieb beschäftigt. Fällt dort ein Koch oder ein Service-Mitarbeiter für mehr als vier Monate aus, kann das leicht zu einer existenziellen Bedrohung für das gesamte Unternehmen werden.
Wichtig ist auch mehr Wertschätzung für Dienstleistungsberufe. Immerhin sind sie bedeutsam für den Standort Deutschland, da sie im direkten Kontakt mit Menschen das Bild von Deutschland im In- und Ausland prägen.


Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag; Foto: colourbox.de
Autor: jel/Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit
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