Vom Auszubildenden zum Ausbilder

Datum 04.09.2017 | Rubrik: Management | Ort: Dresden
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Nicht nur wir in der Redaktion beschäftigen uns mit der Zukunft des Gastgewerbes. Dass immer mehr junge Menschen studieren wollen ist auch bei den Ausbildungsinstitutionen angekommen. So hat z. B. die SRH Hotel-Akademie Dresden die Zeichen der Zeit schon länger erkannt und bietet daher mehrere Möglichkeiten, um in das Hotel- und Gastgewerbe einzusteigen. Duales Studium mit Bachelor- und Masterstudiengängen nach der Schullaufbahn oder durch Weiterbildungen direkt aus dem Hotellerie-Alltag: Beides ist eng verbunden, wie u. a. der Absolvent der SRH Hotel-Akademie Dresden Patrick Choschzick zeigt.
Nach seinem Abschluss zum Hotelbetriebswirt wurde er stellvertretender Hoteldirektor und bald darauf selbst zum Ausbilder für dual Studierende.
 
Herr Choschzick, Sie haben 2015 an der SRH Hotel-Akademie Dresden Ihre Weiterbildung zum Hotelbetriebswirt beendet. Wie ging es mit Ihrer Karriere im Anschluss weiter?
Nach meinem Abschluss zum Hotelbetriebswirt konnte ich direkt die Position des stellvertretenden Hoteldirektors im Strandhaus Lübben übernehmen und das tue ich heute noch. Man muss jedoch anmerken, dass ich mich bereits vor der Weiterbildung hier vorgestellt hatte und die Inhaber des Hotels schon damals einen potenziellen Leitungsnachfolger in mir sahen. Dass sie jedoch zwei Jahre Weiterbildungszeit auf mich warten würden, überraschte mich dann aber doch.
 
Welche Inhalte der Weiterbildung haben Sie in Ihrer heutigen Position vorangebracht?
Kurz gesagt – alles. Gerade in der Privathotellerie braucht man in meiner Position neben dem Branchenwissen, auch umfassende Kenntnisse aus Betriebswirtschaft, Marketing, Personalmanagement und, und, und. Auch Inhalte, die mir während der Weiterbildung nicht so wichtig erschienen, wie z. B. die Kommunikation, nehmen jetzt einen großen Stellenwert ein.
 
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Den gibt es eigentlich nicht. Normalerweise beginne ich mittags mit der Arbeit, um während des Abendgeschäfts noch anwesend zu sein. Zuerst gehe ich durch alle Bereiche, um zu schauen, ob es irgendwo brennt. Dann endet auch schon die Routine. Neben der neuen Dienstkleidung beschäftigen mich derzeit die Vorbereitung für eine Hochzeit, eine neue IT-Infrastruktur und die Buchhaltung. Man könnte es unter „Führen des operativen Geschäfts“ zusammenfassen.
 
Vom Absolvent zum Praxispartner – Das Strandhaus Spreewald ist ab Oktober Praxispartner im dualen Studium „Internationales Hotelmanagement“ der SRH-Hotel-Akademie Dresden. Was versprechen Sie sich davon?
In unserer Branche wird es immer schwieriger, qualifizierte junge Leute zu finden, die von der Hotellerie begeistert sind und sich mit Engagement und Leidenschaft mit ihrer Arbeit identifizieren. Als ich mitbekam, dass die SRH Hotel-Akademie Dresden diesen dualen Studiengang anbietet, erkannte ich sofort die Alternative zur Berufsausbildung und setzte mich für die Aufnahme als Praxispartner ein.
 
Wann stand für Sie fest, dass Sie eine Karriere in der Hotellerie anstreben und was reizt Sie an der Branche?
Meine Oma ist schuld. Sie ist schon immer Meisterin im Ausrichten von Familienfeiern gewesen. Mit viel Engagement richtet sie das Haus her und sorgt dafür, dass alle Gäste sich wohlfühlen. Bereits als Kind habe ich ihr gern dabei geholfen. So wurde meine Leidenschaft für das Gastgewerbe geweckt.
 
Hr. Choschzick: Weiterbildung vs. Studium – Was würden Sie aus heutiger Sicht wählen und warum?
Wenn ich mich heute noch einmal entscheiden müsste, würde ich wieder die Weiterbildung zum Hotelbetriebswirt wählen. Ich denke, ein Studium ist für diejenigen geeignet, die ins Ausland möchten oder eine Karriere in der Kettenhotellerie anstreben. Wer, wie ich, ein kleineres privates Hotel führen möchte, ist mit der Weiterbildung gut gerüstet. Letztendlich ist es ja auch eine Zeit- und Kostenfrage.
 
Die Branche klagt über den Fachkräftemangel, haben Sie eine Strategie dem entgegenzuwirken bzw. dem vorzubeugen?
Meiner Meinung nach muss das Gastgewerbe an seinem Image arbeiten. Statt immer nur über Arbeitszeiten und Bezahlung zu debattieren, sollte man mehr die positiven Aspekte der Branche nach vorn tragen. Zum Beispiel das gute Gefühl, dass man bekommt, wenn man bei den Gästen mit positiven Erlebnissen die Freude weckt oder den Spaß, den man während der Arbeit haben kann. Sicher müssen die Rahmenbedingungen
auch dazu passen. Wir im Strandhaus legen großen Wert darauf, neue Mitarbeiter und Auszubildende willkommen zu heißen, indem wir Ausflüge anbieten, damit sie sich mit der Umgebung vertraut machen können. Ein Essen mit den Vorgesetzten dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Neue Kollegen sollen es leicht haben, sich zu integrieren. Generell wurde die Zahl der Mitarbeiter erhöht, um jedem mehr Freizeit gewähren zu können. Zusätzlich bieten wir regelmäßig bereichsbezogene Weiterbildungen an.


Quelle: SRH Hotel-Akademie Dresden; Foto: colourbox.de
Autor: jel/Redaktion 24 Stunden Gastlichkeit
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