Deutsche wollen Super-Food

Datum 14.08.2017 | Rubrik: Food | Ort: Düsseldorf
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Superfood Kabljau CB

Eine neue Untersuchung von Mintel zeigt, dass Deutschland kürzlich Australien und Großbritannien als zweitgrößter Markt für Neueinführungen im Bereich „Superfoods“ überholte. Laut Mintels Global New Products Database (GNPD) kamen 9 % der bis dato im Jahr 2017 weltweit neu eingeführten Lebensmittel und Getränke, die als „Superfood“ gekennzeichnet sind, in Deutschland auf den Markt. Zum Vergleich lag dieser Anteil im selben Zeitraum im Jahr 2016 bei nur 6 %.

Insgesamt zeigt die Untersuchung auf, dass die Anzahl der neu eingeführten Lebensmittel und Getränke, die als „Superfood“, „Superfruit“, „Supergrain“, „Supergreen“ oder „Superseed“ gekennzeichnet sind, in Deutschland zwischen 2013 und 2016 um mehr als das Vierfache (+ 433 %) gestiegen ist.

Katya Witham, Senior Food & Drink Analystin für Deutschland bei Mintel, erklärt: „In Deutschland wächst der Appetit auf Superfoods und damit steigt das Land auch in Sachen ‚Superfood‘-Neueinführungen in der weltweiten Rangliste auf, was wiederum auf ein wachsendes Publikum an Verbrauchern zurückzuführen ist, die sich für Gesundheit und Wohlbefinden interessieren. Mit Blick auf die Zukunft wird die Suche nach neuen Superfoods weiterhin über den ursprünglichen Fokus auf beliebte Zutaten wie Chia, Amaranth und Quinoa hinausgehen. Zukünftig werden auch weniger bekannte Superfoods in der Formulierung neuer Produkte auftauchen. Insbesondere das sogenannte ‚Ur‘-Getreide wird den deutschen Lebensmittel- und Getränkemarkt zunehmend infiltrieren, da eine wachsende Anzahl an Herstellern versucht, den Gesundheitsaspekt von Ur-Getreide, der durch dessen Status als Superfood verstärkt wird, für ihre Produkte zu nutzen.“

In der Tat zeigen deutsche Konsumenten ein starkes Interesse an Ur-Getreide. Fast ein Drittel der deutschen Erwachsenen (30 %) ist daran interessiert, Brot oder Backwaren mit Zusatz von Superfoods oder Supergrains zu probieren, wobei das Interesse bei den 25- bis 34-Jährigen (46 %) am Stärksten ausgeprägt ist. Viele Deutschen verwenden bereits alternatives oder Ur-Getreide wie beispielsweise Hirse und Dinkel. Laut einer Mintel-Untersuchung konsumierte im Jahr 2016 ein Drittel (32 %) der deutschen Verbraucher Quinoa, und fast die Hälfte (48 %) andere Getreidearten wie Hirse und Dinkel.

„Supergrains, oder auch Ur-Getreide, nehmen eine besondere Stellung auf dem deutschen Markt ein und sind für Konsumenten als gesunde Alternativen zu konventionellen Getreidearten interessant. Ur-Getreide war in Deutschland schon immer beliebt – bei der Herstellung von Vollkornbrot werden Supergrains bereits seit Jahrhunderten verwendet. Die Verwendung von Ur-Getreide wie Dinkel oder Hirse ist nicht radikal neu, aber diese Produkte sind nun aufgrund ihrer Ur-Getreide oder Supergrain Positionierung auch für jüngere Verbrauchergruppen attraktiv,“ fügt Witham hinzu.

Frühstücksflocken mit Zusatz von Ur-Getreide, -Körnern und -Nüssen bieten zukünftig Marktchancen, da sie Verbraucher ansprechen, die auf der Suche nach proteinreichen Lebensmitteln sind. Solche Innovationen dürften zum Beispiel für die 32 % der deutschen Erwachsenen interessant sein, die bereits proteinreiches Müsli oder Haferbrei mit hohem Proteingehalt konsumieren; ein Anteil, der bei jungen Verbrauchern im Alter von 16 bis 24 auf 42 % steigt.

„Einige der gesundheitlichen Vorteile von Ur-Getreide sind mit ihren funktionellen Ernährungsqualitäten verbunden, da viele reich an Ballaststoffen, Proteinen, Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien sind. In ihrem natürlichen und unverarbeiteten Zustand liefern Ur-Getreidearten zudem eine überzeugende Hintergrundgeschichte für diejenigen Konsumenten, die sich für die Herkunft von Lebensmitteln interessieren und über hoch verarbeitete Lebensmittel besorgt sind. Wie in Mintels 2017 erschienenen Lebensmittel- und Getränketrend ‚Vertrauen auf Tradition‘ diskutiert wird, haben Verbraucher größeres Vertrauen in Lebensmittel und Getränke mit authentischer Hintergrundgeschichte oder Traditionsverbundenheit,“ schließt Witham ab.

de.mintel.com



Quelle: Mintel; Foto: Colourbox
Autor: flo/Redaktion Gastroinfoportal.de
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