Wo Kakao und Schulmilch fließen

Datum 21.07.2017 | Rubrik: Schulverpflegung | Ort: Köln
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Schulmilch PM
Schulmilch ist, wie Bildung, Ländersache. Die Landesregierungen interpretieren die von der EU und dem Bundestag vorgegebenen Förderrichtlinien unterschiedlich. In Hessen, Berlin und Brandenburg z. B. können sich die Kinder auch im neuen Schuljahr darauf freuen und haben die Wahl bei den Geschmacksrichtungen. Subventioniert werden in Hessen Milch und Kakao unterschiedlich: Schüler zahlen 25 Ct pro Milch-Packung, der Kakao bleibt bei 40 Ct pro Packung. Erdbeer- und Vanillemilch werden nicht mehr gefördert, können aber zu einem leicht erhöhten Preis weiterhin bestellt werden.

In Berlin und Brandenburg kostet das Päckchen „Milch pur“ dagegen 30 Ct, für Kakao, Vanille- oder Erdbeermilch sind es 5 Ct mehr. In Nordrhein-Westfalen gilt noch die bisherige Regelung für das kommende Schuljahr. Bis dahin entscheidet die neue Landesregierung, ob und in welcher Form das Schulmilchprogramm fortgeführt wird.
 
Einmal die Woche eine Portion
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird die Schulmilch ab dem kommenden Schuljahr grundlegend geändert. FrieslandCampina Germany, die letzte verbliebene überregionale Molkerei mit einer frischen Schulmilch, sieht sich aufgrund der neuen Landesvorgaben zur Schulmilch nach eigenen Angaben gezwungen, den eigenen Vertrieb in den beiden Bundesländern komplett einzustellen. So sieht das Land Baden-Württemberg u. a. vor, dass die tägliche, preisvergünstigte Schulmilch – wie es sie bisher gab – für alle Schüler gestrichen wird. Die Milch soll es in Zukunft zwar gratis, dafür aber nur noch einmal pro Woche und dies auch nur an ausgewählten Grundschulen und Kindergärten bzw. Kitas geben.

85 % der Kosten sollen durch die EU-Fördergelder gedeckt, für die restlichen 15 % Sponsoren gefunden werden oder die Molkereien müssen selber einspringen. Der bei Kindern beliebte Kakao ist nicht mehr vorgesehen. Ähnlich entschied die Landesregierung von Rheinland-Pfalz: Grundschul- und Kindergartenkinder sollen anstelle der täglichen frischen Schulmilch (Milch oder Kakao) nur noch einmal die Woche Milch trinken. Die Milch soll möglichst als 1-l-Gebinde zusammen mit dem Schulobst und -Gemüse an die Schulen und Kindergärten ausgeliefert werden. Das ginge nur mit H-Milch. Zudem darf in Rheinland-Pfalz nur noch fettarme Milch angeboten werden.
 
Wahlfreiheit aufgehoben
„Hygienisch, kühltechnisch und insbesondere logistisch sind die Vorstellungen dieser Landesregierungen mit dem Schulalltag und Schulmilchvertrieb kaum vereinbar“, erklärte Gabriele Johag, Leiterin Schulmilch bei FrieslandCampina Germany in Köln, bereits im März diesen Jahres. „Außerdem werden den Kindern so keine Wahlmöglichkeiten mehr gelassen, sondern über deren Kopf hinweg entschieden.“ In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben zahlreiche Eltern und Schulleiter gegen die Neu-Regelungen protestiert. Am Beispiel Hessen, Berlin und Brandenburg zeige sich, dass es möglich sei, die Förderbedingungen mit den Bedürfnissen der Kinder, der Schulen und auch der Molkereien unter einen Hut zu bringen.
Dass es heute weniger Schulmilch gibt, liegt nach Angaben des Unternehmens an der Scheu von Hausmeistern, Lehrern und Schulleitern vor dem Organisationsaufwand. Eltern seien in Ernährungsfragen verunsichert oder gleichgültig, Molkereien würden sich aufgrund der hohen Kosten und geringen Profite aus dem Schulmilch-Vertrieb zurückziehen. Die Initiative „Für mich lieber Milch“ von FrieslandCampina Germany möchte dagegen den Dialog zum Thema Schulmilch fördern.

www.fuer-mich-lieber-milch.de


Quelle: Inhalt und Foto: www.fuer-mich-lieber-milch.de
Autor: mak/Redaktion Gastroinfoportal
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