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Smarte AppetitbringerDie Nachfrage nach sogenannten Apps für Smartphones oder Tablet-PCs wächst scheinbar grenzenlos. Auch an Schulen sind sie langsam auf dem Vormarsch, indem sie z. B. auch zur Vermarktung von Speisenplänen genutzt werden. Die Beruflichen Schulen in Altötting gehören zu den ersten in Deutschland, die mit einer eigenen mobilen Applikation (App) aufwarten können. Sie haben zudem das Glück, sich die Entwicklung durch eine Bank in Mühldorf mit 2.000 W komplett finanzieren zu lassen. Die Idee dazu kam auf dem Schülerforum Anfang 2009 zur Sprache, nachdem Schüler kritisiert hatten, dass die Homepage der Schule nicht mehr ihren Anforderungen genüge. Sie wollten eine mobile Lösung, mit der sie nicht nur vom heimischen PC aus, sondern auch von unterwegs mit dem Smartphone wichtige Informationen abrufen können. Als Ideen zur Umsetzung schlugen sie eine Facebook-Seite und die App vor. Letztere machte vorläufig das Rennen und ist heute für jeden kostenlos im iTunes-Store von Apple herunterzuladen. Doch was genau hat diese App zu bieten? Sie verschafft z. B. einen Überblick über die Altöttinger Berufsschulen mit ihren Fachabteilungen und Fachrichtungen. Der eigentliche Nutzwert einer solchen App ist aber der Servicebereich, denn dort sind die tagesaktuellen Stunden- und Vertretungspläne hinterlegt, Formulare zur Krankmeldung bzw. Entschuldigung sowie Infos zu Unterrichts- und Blockplänen. Auch eine direkte Kontaktmöglichkeit zu den Schulen ist als Funktion integriert. Die Schüler sind begeistert: „Super fortschrittliche Schule - so macht Lernen Spaß", postet „Nobby Bayern" auf der Rezensionsseite der App bei iTunes. Und „Tuner88" bringt seine Entzückung wie folgt auf den Punkt: „Geile App, RSS ist cool. Die anderen Online-Dienste sind auch sehr nützlich."
Je mehr Smartphones im Umlauf sind, desto größer wird auch die Nachfrage nach Apps. Bei Schülern und Studierenden gehört dabei der Gebrauch eines Smartphones zum Alltag. Inzwischen gibt es Apps für Spiele oder Nachrichten über E-Book-Reader bis zu Fahrplan- und Übersetzungsdiensten. Nach Berechnungen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) existierten Anfang 2011 weltweit über 520.000 mobile Applikationen. Apps erweisen sich auf diese Weise auch speziell im Verpflegungsbereich als nützliche Helfer. Denn so, wie sich Schüler gerne über die Vertretung im Unterricht vorab informieren würden, interessieren sie auch die aktuellen Speisenpläne in der Mensa. Bequem & unabhängig Mit einer App ist die Anzeige des Speisenplans der Lieblingsmensa oder der Cafeteria ganz bequem und völlig standortunabhängig möglich. Auch eine direkte Suche nach dem jeweiligen Lieblingsessen könnte damit vorgenommen werden. Will man wissen, wann das gewünschte Gericht wieder auf dem Speisenplan steht, kann man die Mensapläne mobil auch Tage im Voraus durchforsten. Sogar eine Synchronisierung z. B. mit dem jeweiligen Twitter- oder Facebook-Account des Nutzers ist möglich. Die Schüler können so Kommentare zum Essen parallel z. B. auch auf der Website der Schule posten. Schüler als Entwickler Steffen Schwerdtfeger, 16 Jahre und Schüler am Graf-Eberhard-Gymnasium Bad Urach (www.gegbu.de), hat die App seiner Schule schon 2009 am heimischen PC selbst entwickelt. Genauer gesagt handelt es sich bei der mobilen Anwendung um eine sogenannte Web-App. Ihr Vorteil im Vergleich zu einer „nativen App" ist, dass sie über den Browser von gängigen Smartphones, Tablets oder anderen mobilen Geräten aus nach Eingabe einer URL aufgerufen werden. Native Apps sind dagegen auf bestimmte Geräte oder Software zugeschnitten. Deshalb sind letztere in der Entwicklung und Vermarktung zeitaufwendiger und kostenintensiver, denn in der Regel muss für jedes Betriebssystem eine maßgeschneiderte App entwickelt werden. Auch Web-Apps können im Offline-Modus genutzt werden und bieten zahlreiche Funktionen. Die Web-App des Gymnasiums Bad Urach zeigt neben News, Terminen, Mitteilungen oder dem Wetter am Ort der Schule auch das aktuelle Mensa-Essen an. „Ganz oben auf der Beliebtheitsskala aber steht noch der Vertretungsplan", weiß Steffen Schwerdtfeger, der bereits für andere Schulen eine Vertretungs-App entwickelt hat. Als nächstes möchte er die App noch um eine Artikelliste der Schulkioske erweitern. Denkbar sei auch eine Essensbestellung über die App. Den aktuellen Speisenplan kann man auch mit der Web-App des Luitpold-Gymnasiums in München abrufen. Und nicht nur das: Mit einem Klick oder Fingertipp auf einen Link-Button, können die Schüler sogar ihre Meinung zum Essen via E-Mail an das Mensa-Team richten. Diese App gibt es seit ca. einem halben Jahr. Entwickelt und programmiert wurde sie von Dr. Rudolf Meindl, Elternbeirat LPG. Er schätzt, dass sie zurzeit von ca. 60 Usern genutzt wird. Die Mensa-Apps von Universitäten und Hochschulen haben gezeigt, dass die Integration von Speisenplänen in eine mobile Anwendung sinnvoll sein kann. Ist diese in mehrere Service-Angebote einer „Schul-App" eingebaut, steigert sie den Nutzwert beträchtlich. Nicht zu vernachlässigen ist der Imagegewinn: Eine Schule mit einer eigenen App ist in den Augen vieler Schüler schon sehr cool. Nathalie Kopsa
Foto: Frienticker |
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