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Editorial
Liebe Leser von TRINKtime, das absolute Rauchverbot wird in Bayern also Realität. Über das Ergebnis des Volksentscheids ärgern sich vor allem die Wirte, die Umsatzeinbußen aufgrund fern bleibender (Raucher-)Gäste fürchten. Die Brauereien führen ihre sinkenden Umsätze ebenfalls auf die schwindenden Raucher zurück. Da muss man sich jedoch fragen: Was hat das mit dem Rauchverbot zu tun? Der Zigarettenkonsum und die Zahl der Raucher im Allgemeinen sinken schon seit Jahren. Eher als die klagenden Brauereien sollte sich die Tabakindustrie sorgen. Für Unmut sorgt ein Statement der Privaten Brauereien Bayern: das Rauchverbot würde (in Festzelten) zu höheren Bierpreisen führen, weil die Wirte durch das Sicherheitspersonal einen Mehraufwand hätten. Diese Argumentation ist eine Frechheit! Für jemanden, der volltrunkene Gäste rausschmeißt, sollte die Bitte, das Rauchen einzustellen, keinen „Mehraufwand" darstellen. Und wieso gerade Bier? Raucher trinken auch Wein und Cocktails. Aber die Wein- oder Spirituosenindustrie haben keinen so großen Einfluss auf die Preise der Wirte, wie manche Brauereien durch Pachtverträge. Sind Preiserhöhungen überhaupt der richtige Weg aus der Umsatzflaute? Teuereres Bier wird wohl kaum mehr Gäste ins Lokal locken. Ausnahmen sind die Wiesnwirte: Auf dem diesjährigen Oktoberfest sind die Preise für die Maß erneut gestiegen, z. T. auf 8,90 E. Das ist eine Art Tradition, die (leider) keiner mehr hinterfragt. Gäste der „normalen" Gastronomie hingegen entscheiden bei der Wahl des Lokals nun mal auch nach dem Preis - vor allem in Krisenzeiten. Eine Preiserhöhung wirkt da kontraproduktiv - tun Sie es deshalb nicht! Übrigens sind die schwindenden Gästezahlen auch darauf zurückzuführen, dass die Leute krisenbedingt seltener auswärts essen gehen - egal ob Raucher oder nicht. Peppen Sie also Ihren Außenbereich auf und locken Sie die Gäste mit gutem Service, guten Preisen ... und gutem Bier. Ihr -Redakteur Michael Teodorescu
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