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Karrieregipfel - Der Architekt
Er steht seit rund 30 Jahren an der Spitze von Rezidor, einer der weltweit am schnellsten wachsenden Hotelgruppen: Kurt Ritter, erfolgreicher Präsident und Vorstandsvorsitzender, der sein Unternehmen engagiert in die Zukunft führt. Es läuft rund bei der Rezidor Hotel Group - nicht nur im Kalender: In diesem Jahr feiert man den 50. Geburtstag, denn am 1. Juli 1960 hatte das erste Hotel eröffnet - das SAS Royal Hotel in Kopenhagen. Das Haus, das heute Radisson Blu Royal Hotel heißt, gilt als das erste Design-Hotel der Welt: Der Stardesigner Arne Jacobsen (1902 - 1971) hat es seinerzeit eingerichtet, und einige seiner berühmtesten Möbelstücke wurden speziell für das Hotel gestaltet, wie die Designsessel „Schwan" und „Ei", die heute rund um den Globus als Sammlerstücke gehandelt werden. Das Hotelzimmer 606 ist immer noch genau so eingerichtet, wie Arne Jacobsen es entworfen hat, und gilt als eines der bekanntesten und meist fotografierten Hotelzimmer der Welt. Es ist der Mut zur Moderne und zugleich das Bekenntnis zur Tradition der klassischen Hotellerie, die Rezidor ausmacht - und das gilt ebenso für den Vorstandsvorsitzenden der Gruppe, Kurt Ritter. Er ist schon seit 30 Jahren für die Gruppe tätig, steht seit 1986 an der Spitze des Unternehmens und hält damit einen besonderen Rekord: Kurt Ritter ist der weltweit am längsten amtierende Präsident und Vorstandsvorsitzende in der Hotellerie. 1947 in der Schweiz geboren hat er eigentlich sein ganzes Leben in der Hotellerie verbracht: Bereits die Eltern besaßen ein Hotel, so dass es irgendwie folgerichtig war, dass der Sohn nach der Schule die renommierte Hotelfachschule Ecole Hôtelière de Lausanne besuchte. 1970 begann er als Manager im Hotel Bellevue Palace in Bern, arbeitete danach für Ramada Hotels in Paris, in London, Köln, Frankfurt und auch in Schweden. 1976, mit 29 Jahren, kam Kurt Ritter zu Rezidor, wo er als Geschäftsführer des SAS Hotel Luleå in Schweden begann. Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft - und vor allem auch einer ebenso langen wie steilen Karriere.
Ab 1979 leitete Kurt Ritter das SAS Kuwait Hotel, das erste Haus der Gruppe außerhalb Skandinaviens. 1986, mit knapp 40 Jahren, wurde er Vice-President Middle East am Standort Singapur. Drei Jahre später folgte sozusagen der Ritterschlag: Er wurde zum Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden der Hotelgruppe gewählt. Kurt Ritter sollte die Gruppe, die als Ableger von Scandinavian Airlines SAS begann, durch viele Veränderungen führen und zukunftsfähig machen. So verlegte er den Hauptsitz der Gruppe von Oslo nach Brüssel, denn die belgische Hauptstadt schien ihm für ein weltweites Unternehmenswachstum strategisch günstiger zu liegen. Acht Jahre nach seinem Amtsantritt wurde Kurt Ritter 1994 zum Architekten der weltweit ersten Dual-Markenhotelkette Radisson SAS, die aus der Zusammenarbeit von SIH mit Carlson Hospitality Worldwide hervorging. Dies war der Auftakt einer fast beispiellosen Expansion, die Kurt Ritter als unerlässlich für den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens ansah: 1999 eröffnete das erste Hotel in Afrika, im Jahr 2000 erreichte die Gruppe den Meilenstein von 100 Hotels. 2002 wurde Rezidor SAS Hospitality zusätzlich Franchisenehmer für Radisson SAS, Country Inn, Park Inn und Regent in Europa, Afrika und im Nahen Osten. Die fünfte Marke wurde 2005 ins Leben gerufen, als Rezidor eine weltweit gültige Lizenzvereinbarung mit dem legendären italienischen Modehaus Missoni für Hotel Missoni unterzeichnete. Kaum jemand im Unternehmen trat so engagiert für die Zusammenarbeit mit dem luxuriösen Fashionlabel ein wie Kurt Ritter selbst - und wurde dabei sicher auch unterstützt von seiner eleganten Frau Lara, die selbst begeisterte Missoni-Trägerin ist. Meist ist sie an der Seite ihres Mannes, wenn er wieder einmal ein neues Hotel eröffnet. Und Kurt Ritter ist oft unterwegs in Sachen Eröffnung: 2009 kamen 34 neue Hotels zur Gruppe, darunter vier Betriebe in Deutschland: Die Radisson Blu Hotels in Baden-Baden, Bad Reichenhall und Park Inn Berlin City-West sowie das neue Flughafen-Hotel in Hamburg Fuhlsbüttel. 2010 erweiterte die Gruppe ihr Portfolio um bislang über 20 neue Häuser (Stand Juli 2010). Nicht immer ist der Boss dabei, doch die Wiedereröffnung des Hauses am Hamburger Dammtor-Bahnhof feierte Kurt Ritter im letzten Herbst persönlich und in Begleitung seiner Gattin. Bescheiden erfolgreich Doch Kurt Ritter ist keineswegs nur als „Grüßaugust" unterwegs - dem Rezidor-Motto „Yes I Can!" hat er vor allem als exzellenter Stratege entsprochen, unter anderem als er den Börsengang des Unternehmens erfolgreich gemanagt hat, nachdem SAS seine Hotellerie 2006 verkauft hatte: Rezidor ist seither an der Stockholmer Börse notiert und firmiert unter dem Namen Rezidor Hotel Group. Carlson ist derzeit größter Aktionär mit einem Anteil von 50,1 %. Die wichtigsten Zukunftsmärkte sieht Kurt Ritter derzeit in Russland und in Afrika. Während er in Russland ein beeindruckendes Portfolio von fast 60 Hotels mit über 14.400 Zimmern verwaltet, sind es in Afrika fast 30 Hotels mit über 6.100 Zimmern. Die Wiedereröffnung des berühmten Moskauer Hotels Ukraina als Radisson Royal war für Kurt Ritter das äußere Symbol der Stärke, die die Gruppe auf dem russischen Markt erreicht hat. Und nicht nur dort - die Rezidor Hotel Group verfügt auch dank seiner Weitsicht und geschickt geschlossenen Kooperationen heute über fünf Marken und betreibt mehr als 400 Hotels mit über 86.300 Zimmern in 62 Ländern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. Diese Entwicklung kommentiert Kurt Ritter auch mit persönlichem Stolz: „Rezidor hat sich von einer kleinen skandinavischen Hotelgruppe zu einem renommierten Global Player entwickelt", erklärt der dienstälteste Vorstandsvorsitzende in der Hotellerie. Das klingt immer ein wenig, als schaue man vor allem auf die Vergangenheit, doch er ist ein Mann von großer Vitalität. Wer ihm begegnet, den nimmt er schnell mit seiner Lebendigkeit, dem engagierten Auftreten, seinem Charisma und nicht zuletzt mit seinem Humor für sich ein. Für seine persönliche Lebensleistung wurde er in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet: Gleich zwei Hochschulen haben ihm die Ehrendoktorwürde verliehen, er erhielt in kurzer Folge die Auszeichnung „Corporate Hotelier of the World", den „International Hotel Investment Forum Lifetime Achievement Award" und den „MKG Lifetime Achievement Award". Branchenkenner bewundern ihn für sein Engagement und seine wirtschaftliche Weitsicht. So wertvoll die Preise ihm auch sein mögen, Kurt Ritter macht generell eher wenig Aufhebens um seine Person. Gern widmet er sich dagegen seinen Gesprächspartnern und erweist sich dabei auch als perfekter Botschafter seines Berufs: als engagierter Gastgeber. Andrea Willen
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