1. Symposium des Nestlé Zukunftsforums: "Wie einsam is(s)t Deutschland?“

Berlin. Die Auftaktveranstaltung des Nestlé Zukunftsforum (NZF) sollte den Startschuss für eine öffentliche Debatte bilden, die sich mit der sozialen Funktion von Essen und Trinken auseinandersetzt und Ernährung in ihrer Rolle als sozialer Kitt betrachtet. Dafür hatte das NZF namhafte Experten auf das Podium in der Hauptstadt geladen, die in zwei Stunden vor ca. 160 geladenen Gästen ihre Statements zum Thema abgaben: Dabei waren Christoph Amend, Redaktionsleiter des ZEITmagazins, Ulrike Höfken, MdB Bündnis 90/ Die Grünen und Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Johann Lafer, Fernseh- und Sternekoch, Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Vorsitzende des Beirats des Nestlé Zukunftsforums und Peter Wippermann, Zukunfts- und Trendforscher. Die Moderation lag in den Händen der ZDF-Journalistin Dunja Hayali.

"Die Themen des Forums ergeben sich aus drei Grundannahmen: Wir gehen davon aus, dass veränderte Ernährungsgewohnheiten und Esskultur zu einer Schwächung des sozialen Zusammenhalts der Gesellschaft führen. Zum zweiten bedroht das gegenwärtige Ernährungs- und Konsumverhalten Umwelt, Klima und Ressourcen. Die dritte These sieht den "überforderten Verbraucher": Die Menschen kapitulieren vor der Komplexität und Vielfalt der Herausforderungen und Angebote. Ernährung wird dabei in Zusammenhang mit gesellschaftlicher und ökonomischer Entwicklung sowie dem Thema Nachhaltigkeit betrachtet", so Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender Nestlé Deutschland AG, Frankfurt, zu den Beweggründen des Foodkonzerns das Forum zu gründen. " Wir wollen das ‚Unternehmen Lebensqualität‘ sein. Dazu gehören Produkte für unsere Kunden, die mehr Freude und Qualität bringen. Das kann aber nicht alles sein. Die jüngste Nestlé Ernährungsstudie hat uns gezeigt, dass sich das Ernährungsverhalten grundsätzlich verändert hat: 85 Prozent der Menschen ernähren sich in diesem Land schlechter, als sie eigentlich möchten. Spannend ist für uns die Frage: Was hindert sie daran?"

Das Fazit der Veranstaltung brachte Johann Lafer auf den Punkt: "Die Themen Kochen und Essen stärker in den Schulen verankert werden,  denn das Wissen um Ernährung gehört ebenso zur Allgemeinbildung wie Rechnen und Schreiben.  Dazu gehörten die Kenntnisse über die Herkunft und die Zubereitung regionaler und saisonaler Produkte genauso wie das Wissen über die hohe Qualität einer handwerklichen Lebensmittelproduktion." "Wichtig ist, dass auch die Küche den Ansprüchen von heute gerecht wird", so Johann Lafer. "Wir brauchen keine Tagesveranstaltung zum Thema 'Bessere Ernährung', sondern langfristige Problemlösungen."   Statt "food to go" müsse man  die Menschen wieder zu gemeinsamen Mahlzeiten an einen Tisch bringen. Dafür müsse die Verpflegung in Kitas, Schulen, Seniorenheimen und am Arbeitsplatz deutlich verbessert werden. "Wolle man die Essgewohnheiten der Menschen positiv verändern, " so Lafer, "gelte es die Ursachen für die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zu verändern, dafür müsse man bei den jüngsten der Gesellschaft beginnen und Ernährung generell als ein nachhaltiges Problem betrachten".

Thesenpapier des NZF (pdf)

www.nestle-zukunftsforum.de  



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